Frankreich,  Kurztrips

Côte d’opal- Opalküste

die Opalküste

In Zeiten von Corona ist Reisen nicht leicht. In einem völlig spontanen Moment beschloss ich, mit meinem Sohn an die Nordküste Frankreichs zu fahren. Die meisten Urlauber waren an der Nord- und Ostsee, meine Hoffnung war, dass die Nordküste in Frankreich weniger besucht sein würde. Außerdem waren 7 Stunden nicht allzulange, um im Notfall wieder schnell Zuhause sein zu können. Gebucht hatte ich lediglich unsere Übernachtung in Reims, von dort aus wollten wir weiterschauen.

Warum die Opalküste?

Ich hatte Bilder gesehen von einer Landschaft die Irland ähnelte. Schroffe, steilabfallende Felsen, grüne Weideflächen und menschenleere Strände. Auch die Nähe zu England ließ mich überlegen eventuell einen kleinen Besuch mit dem Schiff zu wagen. Daraus wurde dann allerdings nichts.

Das Wasser hat eine wunderschöne blau- grüne Färbung, woraus der Namen der Küste entstand. Bei Flut reicht das Wasser bis an die Dünen, in den Dörfern schlagen sie meterhoch gegen die Schutzwälle. Bei Niedrigwasser bilden sich bis zu hundert Meter breite Sandwatten aus.

Überall an der Küste gibt es authentische kleine Fischerdörfchen wie zum Beispiel Wimereux, Wissant, Escalles, Tardinghen oder Sangatte.

Unsere Unterkünfte

Übernachtet haben wir einmal in Reims im Guesthouse sherpa. Von dort aus sind es 20 min. zu Fuß in die Innenstadt oder 7 min. mit dem Auto. In Reims selbst, gibt es die gotische Kathedrale Notre- Dame des Reims. Sie gehört seit 1991 zum UNESCO Welterbe.

Auch wurden hier die französischen Könige gekrönt.
Da es Sonntag war, waren die Geschäfte geschlossen und ein gemütliches Bummeln fiel zur Freude meines Sohnes aus.

Die nächste Übernachtung fanden wir in Boulogne-sur-Mer, einer Hafenstadt im Departement Pas-de-Calais.

Boulogne-sur-mer


Booking.com schlug uns eine Unterkunft am Fuß der Kathedrale Basilika of our Lady of the Immaculate Conception, genannt “Aux Pieds de la Cathedrale” (am Fuß der Kathedrale).
Für mich eine völlig neue Art des Übernachtens. Die Schlüssel mussten via Code an einem Briefkasten am Haus geholt werden, den Vermieter bekam man nicht zu Gesicht. Lediglich eine SMS mit der Anleitung. Hätte diese Unterkunft nicht so gute Bewertungen gehabt und ich nicht eine Buchung ohne Stornierung, hätte ich das Ganze rückgängig gemacht. So aber ließ ich mich auf das Abenteuer ein. Das Zimmer befand sich mitten in der Altstadt über einer Gaststätte und ich war freudig überrascht, denn von hier aus hatte man einen schönen Blick auf die Fußgängerzone.
Da die Basilika außerhalb der Innenstadt lag, war es auch keine gefährliche Gegend.

Leider war diese Stadt nicht besonders schön, aber dafür nicht weit von den kleinen Dörfern entlang der Küste entfernt.

Die Küste

stürmischer Seegang in Wimereux

An diesem Abend besuchten wir Wimereux. Ein stürmischer Wind, der die Wellen gegen die Schutzmauern krachen ließ und ein Himmel der Regen voraussagte erwartete uns. Zum ersten Mal kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht den Wetterbericht hätte anschauen sollen, aber noch regnete es nicht und wir machten einen langen Spaziergang entlang den Dünen.

Auf den Dünen


Tolle Ausblicke und die Farbe des Wassers machten der Küste alle Ehre.
Müde und erschöpft kamen wir Abends wieder in unserer Unterkunft an und gingen in einer der Gaststätten ein leckeres Steak essen.

Am nächsten Tag wurden wir von wild kreischenden Möwen geweckt. Es regnete, doch aus Erfahrung wußte ich, dass das Wetter an der Küste schnell wechselt und somit hatte ich die Hoffnung, dass sich doch noch die Sonne zeigen würde.
Wieder fuhren wir an die Küste, das Ziel sollte das Cap blanc nez und das Cap griz nez ( weiße und graue Nase) sein. Vom Cap griz nez aus sollte es möglich sein, bis nach England und die weißen Klippen von Dover zu sehen.

Unterwegs hielten wir immer wieder an, um einen Blick auf den Strand zu werfen, aber der Regen war unerbittlich. Überall an den Stränden findet man Bunker oder Reste davon, einer wurde sogar zu einer Unterkunft umfunktioniert.

Make love-not war

Am Cap griz nez angekommen, wollten wir zumindest schauen ob man was sehen konnte, obwohl der Wind und der Regen ziemlich stark waren. Leider konnte man nichts als die “Straße von ‘Dover” sehen, die vielbefahrene Schiffsstrecke für den Handel zwischen England und Frankreich. Kein England, keine “White Cliffs of Dover”. Die Schiffe verschwanden in den Regenwolken.

Heimreise

Wir beratschlagten, ob wir noch bleiben und auf besseres Wetter hoffen sollten, oder ob wir die Heimreise antreten und noch ein bisschen Sonne im schönen Baden-Württemberg tanken sollten. Aber nachdem die Wetteraussichten für die ganze Woche ein 90% Regenrisiko ansagten, beschlossen wir zurück zu fahren.

Das nächste Mal würden wir zuerst nach dem Wetter schauen und eine Unterkunft für die ganze Woche zwischen Boulogne-sur-mer und Calais mieten. Von dort aus kann man verschiedene Ausflüge machen, denn es gibt noch viel zu entdecken.
Auch die Tatsache dass wir unsere Campingsachen dabei hatten, konnte mit diesem Regen und Wind nichts ändern.
Trotz allem war es ein schöner Kurztrip, darüber waren wir uns einig und das nächste Mal kommt hoffentlich bald.

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